Welterbetag 7. Juni / 75 Jahre Deutsche UNESCO-Kommission
Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde der Wert des Kulturellen Erbes neu bewußt; Denkmalschutz und Kulturerbe spielten deshalb bei der Neuorganisation der Vereinten Nationen eine wichtige, zusammenführende Rolle und eine gemeinsames Ziel. Nach der Einrichtung der UNESCO war die Definition von Welterbestätten dazu ein wesentlicher Schritt. Eng damit verknüpft ist die Entwicklung des internaionalen Kultur- und Massentourismus, der allerdings an einigen Stellen zu negativen Auswirkungen geführt hat. Zwar sind Industrielle Welterbestätten davon nur selten betroffen, aber etwa aus Österreich wird vom „Overtourism“ in Hallstatt mit seinem Salzbergwerk berichtet, der zu Lasten der Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung geht. Deshalb wird zunehmend eine Individualisierung und Aufteilung der Besucherströme verlangt. So gehört nach Ansicht der Fachleute zum Welterbetourismus zwingend auch eine Strategie zum Schutz, zur Wertschätzung und Präsentation kleinteiliger und regionaler Kulturlandschaften.
Während viele Welterbestätten noch immer durch steigende Besucherzahlen miteinander konkurrieren, macht man sich anderswo um ein sinnvoll gesteuertes kultureller Erlebnis Gedanken, sowie um die Sichtbarmachung des hohen, oft von der Gemeinschaft oder gar einigen Wenigen getragenen hohen Aufwands für Erhalt und Schutz der jeweiligen Anlagen. So hat die aktuelle Diskussion um den Eintritt für den Kölner Dom eine umfangreiche und vielfältige Diskussion ausgelöst, nicht zuletzt darum, was es bedeutet. dass ein sakrales und religiös genutztes Bauwerk gleichzeitig ein internatzionaler Touristenmagnet ist. Wer als EInheimischer regelmäßig in der „heißen Zone“. rings um das Welterbe aka „Hotspot des internationalen Tourismus“ unterwegs ist, weiß um die irritiernden Erlebnisse und die unangenehme Atmosphäre, die dort herrscht, weil unterschiedliche Interessen zunehmend härter und unversöhnlicher aufeinandertreffen. Zudem scheint die Stadt Köln seit langem überfordert, die Entwicklung des Umfeldes und ihrer dortigen Einrichtungen zeitnah und zuverlässig zu steuern.
Auch zur dringenden Diskussion darüber sollte der Welterbetag am 7. Juni dienen, und nicht nur der Selbstbeweihräucherung.
Deutsches Welterbe-Komittee UNESCO-Welterbetag