GAG-Jahrestagung 2026: Technikhoffnungen, Hypes und Enttäuschungen, Call for papers
Die Jahrestagung der Georg-Agricola-Gesellschaft wird vom 15. bis 17. November 2026 in München stattfinden. Für den Themenschwerpunkt „Technikhoffnungen, Hypes und Enttäuschungen“ werden Beiträge erbeten:
Technologische Entwicklungen in der Moderne waren schon immer mit Hoffnungen und Versprechungen verbunden, nicht nur für Entwicklerinnen, sondern auch für Vermarkterinnen und Nutzer*innen. Die Erwartungen, die mit der Entwicklung und Einführung neuer Technologien einhergehen, sind eng mit deren potenziellen sozialen, kulturellen und politischen Rollen verknüpft. Begeisterte Erwartungen und technologische Hypes sind ein immer wiederkehrendes historisches Phänomen und stehen in einem komplexen Zusammenhang mit Erfolgen, Misserfolgen und Enttäuschungen. Während die derzeitige Faszination für KI als prominenter technologischer Hype verstanden wird, waren solche Trends und Prozesse ein fester Bestandteil einer Vielzahl von Technologien des 19. bis 21. Jahrhunderts.
Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens beabsichtigt die Georg-Agricola-Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur e.V. in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und dem Deutschen Museum das Thema der Geschichte technologischer Hoffnungen, Hypes und Enttäuschungen zu untersuchen. Die gleichnamige Konferenz, die am 16. November 2026 im Auditorium des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in München stattfindet, zielt darauf ab, die historischen und zeitgenössischen kulturellen Mechanismen zu beleuchten, die dem Phänomen technologischer Hypes und Trends zugrunde liegen. Die Konferenz wird zudem das hundertjährige Jubiläum der nach ihrem Namensgeber Georg Agricola (1494–1555) benannten wissenschaftlichen Gesellschaft feiern.
Wir laden Interessierte ein, Beiträge für die Konferenz einzureichen. Diese Beiträge sollten sich mit der Natur technologischer Versprechen und Enttäuschungen auseinandersetzen. Besonders willkommen sind Vorschläge, die sich mit folgenden Fragen befassen:
• Welche Hypes gab es, und wie wurden Technologien konstruiert, verstanden und vermarktet, um politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen zu dienen – aber auch, um sich zu verkaufen?
• Was waren Fallstricke, Enttäuschungen und Misserfolge?
• Inwiefern wich die Umsetzung der Technologie von den Erwartungen ab, und welche Folgen hatte diese Abweichung?
• Welche Rolle spielen Hype, Hoffnungen und Rückschläge bei der Bewahrung des industriellen Erbes? Wie und warum beeinflussen sie die Wahrnehmung und den Wert, der diesem Erbe beigemessen wird?
Im Rahmen der Konferenz sollen sowohl Vorträge zu Arbeiten der Technikgeschichte vorgestellt werden, die sich auf bestimmte Hype-Phänomene konzentrieren, als auch solche, die das Thema in seiner Gesamtheit beleuchten. Beiträge, die sich damit befassen, wie solche Hoffnungen, Hype-Phänomene oder das Desinteresse sowie deren Zusammenhang mit dem letztendlichen Erfolg oder Misserfolg institutionalisiert wurden oder seitdem im industriellen Kulturerbe an Bedeutung gewonnen haben, sind ebenfalls willkommen.
Wir laden zu Einreichungen von Abstracts ein, die sich mit den Hauptthemen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven (z. B. Geschichte, Kulturwissenschaften, Soziologie usw.) befassen. Gerne berücksichtigen wir auch Ergebnisse von Studierenden in den frühen Phasen ihrer akademischen Laufbahn. Alle Vorschläge müssen eine kurze Zusammenfassung (max. 250 Wörter) und einen kurzen akademischen Lebenslauf enthalten.
Tagungssprache ist Deutsch. Beiträge sind aber auch in englischer Sprache willkommen.
Die Vorschläge sind bis zum 24. Juli 2026 an die Geschäftsstelle der Georg-Agricola-Gesellschaft einzureichen; Ansprechpartner: Norbert Gilson (info@georg-agricola-gesellschaft.de).
Nachdem ein Ausschuss die Vortragsvorschläge geprüft und die Themen ausgewählt hat, werden die Referent*innen vom Sekretariat benachrichtigt. Referent*innen sind von der Teilnahmegebühr befreit.
Bei Fragen oder für weitere Informationen konsultieren sie bitte unsere Website www.georg-agricola-gesellschaft.de oder wenden sich direkt an die Geschäftsstelle.