Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf – Ausstellung in Gelsenkirchen
Die internationale Gruppenausstellung Radikale Hoffnung zeichnet nach, wie Künstler*innen von der Moderne bis in die Gegenwart Arbeitskämpfe thematisieren – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch und aus eigener Betroffenheit. Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. Ab den 1960er Jahren wirken sich die Arbeitskämpfe auf die eigene künstlerische Praxis aus, wenn Künstler*innen selbst in den Streik treten. Auch über die Kunst hinaus erzeugen Widerstände gegen Arbeit bis heute eindrucksvolle Bilder und Praktiken, die sich fortlaufend den globalen Entwicklungen anpassen. In Gelsenkirchen gehört dazu auch ein feministisches Kapitel des Arbeitskampfes: Arbeiterinnen erstritten hier Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit und wurden damit Teil einer europaweiten Bewegung, zu der auch die von Künstlerinnen initiierte Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in Italien zählt. Beide Positionen sind Bestandteil der Ausstellung, die unterschiedliche künstlerische Perspektiven und Praktiken des Arbeitskampfs zeigt und zugleich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Protestästhetiken in Kunst und Alltag in den Blick nimmt.
Zur Website des Museums: Kunstmuseum Gelsenkirchen
Begleitprogramm
Eröffnung: 12. Juni 2026, 19 Uhr
Singt mit uns!
Offenes Casting: 15. Juni 2026, 16-19 Uhr, Kunstmuseum Gelsenkirchen (Horster Straße 5-7, 45897 Gelsenkirchen). Die Auswahl der Teilnehmenden trifft eine Fachjury.
Gesang verbindet – ob bei der Arbeit, auf Demos oder im Streik. Für das gemeinsame Projekt Sing Our Songs! des Kunstmuseum Gelsenkirchen, des Musiktheater im Revier und der Katholischen Kirchengemeinde Gelsenkirchen suchen wir in einem offenen Casting Laien-Sänger*innen, die gemeinsam mit dem MiR-Opernchor proben und auftreten möchten. Als Teil des Manifesta 16 + Programms und im Zusammenhang mit der Ausstellung Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf im Kunstmuseum Gelsenkirchen werden Arbeiter*innenlieder aus der ganzen Welt geprobt und an zwei Terminen der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Probe und die Aufführungen finden in der ehemaligen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Gelsenkirchen Buer statt:
Wir bitten um Anmeldung über folgende Mailadresse:
kunstmuseum@gelsenkirchen.de
Am 4. Juli und 9. Juli 2026 jeweils um 19 Uhr werden die gemeinsam eingeübten Lieder der Öffentlichkeit präsentiert.
Werden Sie Teil dieses partizipativen Projekts und helfen Sie, Arbeiter*innenstimmen aus dem Revier und der Welt Gehör zu verschaffen.
Sing Our Songs! – ein Projekt im Rahmen von Manifesta 16 +
4. & 9. Juli 2026, jeweils 19 Uhr
Ort: ehemalige Kirche St. Mariä Himmelfahrt, Goldbergstraße 11, 45894 Gelsenkirchen
Gesang ist seit jeher ein zentraler Bestandteil von Arbeitskämpfen. In Kooperation mit dem Musiktheater im Revier und der katholischen Kirchengemeinde St. Urbanus laden wir dazu ein, historische Lieder als Form gelebter Solidarität zu erfahren. Lokalhistorisches Liedgut wird hier ebenso eine Rolle spielen wie internationale Perspektiven.
Spuren der Arbeiter*innenkämpfe in der mehrsprachigen Literatur des Ruhrgebiets
23. September 2026, 18 Uhr
Das Ruhrgebiet ist historisch gekennzeichnet von Arbeitsmigration, wobei die literarischen Zeugnisse dieser Migrationsgeschichten oft unbeachtet bleiben. Nesrin Tançs Vortrag (RUB, College UA Ruhr) widmet sich den Spuren von Arbeiter*innenkämpfen in der mehrsprachigen Literatur des Ruhrgebiets und lädt dazu ein, diese als Teil einer vielfältigen regionalen Erinnerungskultur zu entdecken.
Kino-Matinee in Kooperation mit Schauburg Filmpalast
4. Oktober 2026, 11 Uhr
Schauburg Filmpalast, Horster Straße 6, 45897 Gelsenkirchen
Der Film We Want Sex (Regie: Nigel Cole, 2010, 108 Min.) erzählt mit britischem Humor vom Streik der Näherinnen im Ford-Werk Dagenham, die unter Führung von Rita bessere Arbeitsbedingungen und gleichen Lohn fordern. Trotz des Widerstands von Vorgesetzten und ihren eigenen Familien entwickeln die Frauen einen mutigen Arbeitskampf, der schließlich historische Bedeutung für die Gleichstellung erlangt.
13:15 Uhr: Umtrunk im Foyer des Kunstmuseum Gelsenkirchen
14 Uhr: Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Julia Höner & Friederike Sigler