200 Jahre Passagierdampfschifffahrt auf dem Rhein
Ein seltenes Unternehmens-Jubiläum feiert in diesen Tagen die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH, kurz KD (gesprochen: Ka-Dee) oder auch „Köln-Düsseldorfer“. Am 11. Juni 1826 erhielten die Statuten der am 3. Oktober 1825 unter Leitung des Kölner Kaufmanns Peter Heinrich Mertens gegründeten Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrt-Gesellschaft (PRDG) die staatliche Genehmigung. In den Anfangsjahren kooperierte man mit ähnlichen Gesellschaften, indem man etwa Strecken aufteilte. Dann wurde 1836 in Düsseldorf mit der Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein ein ernsthafter Konkurrent gegründet, mit dem man zunächst in einen wirtschaftlichen Wettkampf eintrat. Erst angesichts der seit etwa 1840 aufkommenden Eisenbahnen, die schneller, zuverlässiger und preiswerter waren, bildete man 1853 eine Betriebsgemeinschaft, die erst 1925 von der bis heute existierende Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrts GmbH abgelöst wurde, die durch Fusionen und Übernahmen weiter wuchs. Der anfänglich betriebene kombinierte Güter – und Personenverkehr wurde in den 1920er Jahren durch reine Personenschifffahrt mit Schwerpunkt auf Ausflugsfahrten abgelöst. Gleichzeitig kam der Übergang von Dampf- auf Motorschiffe, die überwiegend auf der Schiffswerft Gebr. Sachsenberg (später Berninghaus, heute Schiffswerft Deutz) in Köln-Mülheim gebaut wurden, einer Tochtergründung der Sachsenberg-Werft in Roßlau/Elbe.
Anläßlich des Jubiläums findet vom 9. Juni bis zum 25. Oktober 2026 im Düsseldorfer SchifffahrtMuseum im Alten Turm am Rhein eine Sonderausstellung „200 Jahre KD – Geschichten, Gesichter, Geheimnisse“ statt, an der auch das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv aus Köln mitwirkte. (Links siehe unten)
Während des Zweiten Weltkriegs wurden fast alle Schiffe zerstört bzw. versenkt; einige konnten gehoben und wieder fitgemacht werden. Das „Traditonsschiff“ der KD, der 1913 gebaute Seitenraddampfer „Goethe“, verkehrt heute im Sommerhalbjahr in der Welterberegion Mittelrheintal zwischen Koblenz und Mainz. Aus personellen Gründen wurde allerdings die Dampfmaschine durch Motoren ersetzt.
Weitere historische Schiffe der KD liegen in Mannheim unweit des Baden-Württembergischen Technikmuseums und in Rotterdam. Bei der seit 1993 dort beheimateten „De Majesteit“ handelt es sich um den zuletzt als „Rüdesheim“ bekannten KD-Dampfer, der kurz nach dem Ersten Weltkrieg bei Sachsenberg gebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg dort wieder aufgebaut wurde. Nach dem Verkauf in die Niederlande wurde das Schiff aufwändig modernisiert und neugestaltet und sowohl für Panoramafahrten wie als Restaurantschiff eingesetzt. Aktuell steht es ohne Angabe von Gründen für 0,9 Mio Euro (Auktionsstartpreis) zum Verkauf.
Jubiläums-Website der KD 200 Geschichten, Gesichter und Geheimnisse • Köln-Düsseldorfer
Pressemitteilung 200 Jahre KD – Wir feiern Jubiläum • Köln-Düsseldorfer
Sonderausstellung in Düsseldorf 200 Jahre KD
Wikipedia-Artikel zur „Majesteit“ De Majesteit – Wikipedia
Auktionsangebot Historischer Raddampfer De Majesteit sucht neuen Eigentümer: kehrt ein Stück deutscher Rheinschifffahrtsgeschichte zurück an den Rhein?