Rettet das Holzape-Viadukt der Carlsbahn in Nordhessen von 1846!
Die Heimatvereine Trendelburg, Bad Karlshafen, Helmarshausen, Stammen und Deisel fordern den Erhalt des historischen Eisenbahn-Viaduktes der Carlsbahn in Wülmersen (von Hofgeismar-Hümme nach Karlshafen linkes Ufer).
Durch ein Unwetter im Jahr 2024 wurde der denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt durch eine Schlammlawine im Flusslauf der Holzape leicht beschädigt. Aus der dreibogigen Sandsteinbrücke wurde ein Stück vom Fundament von ca. einem Kubikmeter herausgebrochen.
Dieses denkmalgeschützte Bauwerk, das wie kaum ein anderes identitätsstiftend für Kurhessen ist, muss erhalten bleiben.
Der Viadukt und der benachbarte Trendelburger Tunnel waren wesentliche Bestandteile der „Carlsbahn“ im Verlauf der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn (Thüringen-Westfalen), die im April 1848 in Betrieb genommen wurde.
Seit der Stilllegung der Bahn Trendelburg-Karlshafen l. U. 1966 wird deren Trasse als bundesweit bekannter und hochdekorierter „Diemelradweg“ genutzt, mit Anschluss an den Weserradweg.
Der Viadukt ist durch die Denkmalpflege als Bauwerk von geschichtlicher, technischer und künstlerischer Bedeutung als klassizistisches Einzeldenkmal unter besonderen Schutz gestellt worden. Auch das benachbarte Hofgut und Schloss Wülmersen sind als Kulturdenkmal geschützt.
Die Heimatvereine im Landkreis Kassel fordern die staatliche Hessen-Forst-Verwaltung und die zuständigen Ministerien der Landesregierung als Eigentümer auf, dieses hochkarätige Kulturdenkmal kurzfristig zu reparieren und danach angemessen zu unterhalten.
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen riefen sie zu einer Kundgebung am Sonntag, den 1. März 2026 um 14 Uhr am Viadukt auf. Anschließend traf man sich im Café Mehlschwalbe im Wasserschloss zum weiteren Gedankenaustausch.
Ansprechpartner vor Ort ist Diethart Rindermann in Trendelburg (0177-8232022 ) oder der Absender dieses überarbeiteten Pressetextes, Dr. Klaus-Peter Lorenz (Mitglied des Kreistages Kassel)
Zur Bahngeschichte:
In Hümme zweigte von der Fernbahn Thüringen-Westfalen dereinst eine Nebenbahn nach Bad Karlshafen linkes Ufer ab, die in der idyllischen Mittelgebirgslandschaft heute über einen bestens frequentierten Bahnradweg erschlossen worden ist:
Die Carlsbahn – von der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn geht es auf hohem Damm nach Stammen und Trendelburg, das als letzter Bahnhof an der Strecke noch bis 1986 im Güterverkehr bedient worden war, und wo sich bis heute in privater Hand das gefällige Bahnhofsgebäude erhalten hat.
Wesersandstein ist ein begehrter Rohstoff, und so erschloss die Bahn auch die Steinbrüche mit einem Anschluss, bevor sie im Deiseler/Trendelburger Tunnel verschwand – heute von Radfahrern im Sommer frequentiert, und in der dunklen Jahreszeit Heimat der Fledermäuse.
Elegant überspannt der Holzapeviadukt den kleinen Fluss des Reinhardswaldes, die Holzape. Das Rittergut Wülmersen war gleichfalls mit einem Anschlussgleis erschlossen – auch das war Aufgabe einer ländlichen Erschließungsbahn. Dann fuhr der Zug nach Carlshafen linkes Ufer, hier stiegen nicht nur die Gäste des großen Eisenbahner-Erholungsheimes aus. An der Stelle des stattlichen Bahnhofs mit gutem westfälischem Bier in der Bahnhofswirtschaft – steht heute die Marie-Durand-Schule.
siehe auch: Droht dem Holzape-Viadukt im Dienmelradweg das Aus?