Tagung am 24./25. Februar 2026 in Herzogenrath
Die Braunkohlenförderung im Rheinland reicht bis in die Frühe Neuzeit zurück. Ihre volle Bedeutung erlangte sie jedoch erst mit der Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert, als durch den Maschineneinsatz eine tiefgreifende Veränderung der Fördermethoden und –mengen möglich wurde. Die Braunkohle im Rheinischen Revier diente als Energiequelle für die energieintensiven Industrien an Rhein und Ruhr und deckte den gestiegenen Strombedarf in den Städten im Rheinland.
Im Gegensatz zur mittlerweile intensiv erforschten Steinkohle ist die große Bedeutung der rheinischen Braunkohle für die Wirtschaft, für politische Entwicklungen und insbesondere für die Menschen im Rheinland jedoch kaum erfasst worden. Insofern wird die Tagung die Braunkohlenförderung im 19. und 20. Jahrhundert in den Fokus nehmen und in ihren verschiedenen Aspekten in Bezug auf die Region beleuchten. Hierbei wird es auch um die Frage gehen, wie die Braunkohlenförderung einen spezifischen Wirtschaftsraum etablierte und die regionalen Identitäten im Rheinischen Revier prägte.
Die Tagung wählt bewusst einen multiperspektivischen Ansatz, um das Forschungsfeld historisch zu vermessen und Desiderata herauszuarbeiten
Interessierte sind herzlich eingeladen. Es besteht die Möglichkeit, nur an einzelnen Vorträgen teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Wir bitten um Anmeldung unter E-Mail: rheinische-geschichte@lvr.de
Programm
Zum Programm-Flyer 984-Das vergessene Revier-Einladungsflyer.pdf
10.30 Uhr Begrüßung
Dr. Corinna Franz, LVR-Dezernentin Kultur
Prof. Dr. Andreas Kost, Kommissarischer Leiter der Landeszentrale für politische Bildung NRW
11.00 Uhr Einführung
Dr. Helmut Rönz (Bonn) / Dr. Dagmar Hänel (Köln)
11.30 Uhr Sektion I: Von der Industrialisierungsphase bis zur Unternehmenskonzentration Moderation: Dr. Michael Farrenkopf (Bochum)
Unternehmensstrategien im deutschen Braunkohlenbergbau (1880 bis 1933). Ein Reviervergleich
Prof. Dr. Boris Gehlen (Stuttgart)
Das ‚kleine Schwesterchen‘? Von den seltsamen Rhythmen der Kartellierung in der Stein- und Braunkohlenwirtschaft
Prof. Dr. Eva Roelevink (Freiberg) Diskussion
12.45 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Sektion II: Brüche, Kontinuitäten, Neuanfänge im Wirtschaftsraum von der Weimarer Republik bis zur frühen Bundesrepublik, Moderation: Prof. Dr. Eva Roelevink (Freiberg)
Die politische Bedeutung der Braunkohleförderung im Anschluss an den Versailler Vertrag
Dr. Peter Henkel (Saarbrücken)
Treibstoff für den Weltkrieg. Die Mineralölsynthese, Union Kraftstoff und das Hydrierwerk Wesseling
Dr. Rainer Karlsch (Berlin)
Zwischen Halle und Köln. Verbandspolitik und Revierverflechtung im Braunkohlenbergbau von der Weimarer Republik bis zur deutschen Teilung
Dr. Jan Kellershohn (Halle)
Diskussion
15.45 Uhr Kaffeepause
16.15 Uhr Sektion III: Quellenlage und Forschungspotentiale; Moderation: Dr. Alexander Olenik (Bonn)
Die Überlieferung des rheinischen Braunkohlenbergbaus im Historischen Konzernarchiv RWE
Hans-Georg Thomas (Essen)
Quellenbestände zur Braunkohle im Landesarchiv NRW
Dr. Sabine Eibl (Duisburg)
„Als das Baggern begann …“ Bestände zur Braunkohlenforschung im Kreisarchiv des Rhein-Erft-Kreises
Gabriele Mohr (Bergheim)
Diskussion
18.00 Uhr Abendvortrag
Wir melden uns vom Abgrund. Anmerkungen zur rheinischen Braunkohle, zur alten Bundesrepublik und zum Rest der Welt
Prof. Dr. Frank Uekötter (Bochum)
Anschließend Get-together
25.2.2026 Mittwoch
9.30 Uhr Begrüßungskaffee
10.00 Uhr Sektion IV: Unternehmerische und politische Entscheidungsprozesse nach 1945; Moderation: Alrun Berger (Köln)
Der Tagebau Hambach: Unternehmerische Planungen und wirtschaftliche Erwartungen zwischen 1940 und 1978
PD Dr. Henning Türk (Bonn)
„Landschaft in Not“. Braunkohletagebau, Umweltfolgen und Teilhabe im Rheinischen Revier
Dr. Christian Möller (Bielefeld)
Der lange Weg zu Garzweiler II – Hintergründe und (ungeahnte) Folgen einer politischen Leitentscheidung
Dr. Guido Hitze (Düsseldorf) Diskussion
12.00 Uhr Mittagspause
13.00 Uhr Sektion V: Die Folgen des Tieftagebaus; Moderation: Dr. Simon Große-Wilde (Aachen)
Warum bleibt Kaster? Die Entscheidungsprozesse zur Devastierung von Ortschaften im Bereich des Tagebaus Frimmersdorf-Süd 1949-1989
Prof. Dr. Andrew Demshuk (Washington)
Zerstörung als Chance: Rekultivierung, Landschaftsplanung und Naturpolitik im Rheinischen Revier der Boomjahre
Dr. Philipp Kröger (Siegen)
geSCHICHTEN Rheinisches Revier. Kulturelles Erbe im Strukturwandel
Alrun Berger/Marian Fritz (Köln
14.30 Uhr Kaffeepause
15.00 Uhr Impuls Dr. Guido Hitze (Düsseldorf)
15.15 Uhr Podiumsdiskussion Vom „vergessenen Revier“ zum Forschungsfeld: Wo stehen wir, wo wollen wir hin? Es diskutieren –
Dr. Dagmar Hänel (Köln)-
Dr. Michael Farrenkopf (Bochum)-
Dr. Guido Hitze (Düsseldorf)-
PD Dr. Henning Türk (Bonn) Moderation:
Dr. Keywan Klaus Münster (Bonn)
16.00 Uhr Ende der Veranstaltung
Meet & Greet
In den Pausen der Veranstaltung präsentieren landeskundlich engagierte Institutionen und Initiativen sowie Geschichts- und Heimatvereine ihre Projekte und Vorhaben zur Geschichte des Rheinischen Reviers.
Veranstaltungsort
Nell-Breuning-Haus
Wiesenstraße 17
52134 Herzogenrath
Teilnahme & Anmeldung Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.
LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
Endenicher Straße 133,
53115 Bonn
Telefon: 0228 9834 247
E-Mail: rheinische-geschichte@lvr.d